Spargel-Star Schinken – die Geschichte einer zeitlosen Spezialität

Spargel-Star Schinken – die Geschichte einer zeitlosen Spezialität

Bald geht wieder die Spargelzeit los und damit auch die Time-to-shine für den Schinken. Damit nicht nur der Schinken, sondern auch Ihr am Esstisch glänzen könnt, versorgen wir Euch natürlich mit ordentlich Fun-Facts zum Thema: Wie die Römer den Schinken groß machten, und wie Monte Nevado eine ganze Schweinerasse vor dem Aussterben gerettet hat, erfahrt Ihr hier!

© AdobeStock/HLPhoto

Welche Sprache sprach das Schwein?

Die Geschichte des Schinkens reicht weit zurück. Bereits in der Steinzeit fragten sich die Menschen: „Wie machen wir unser Fleisch länger haltbar?“ Die Steinzeit-Antwort: Räuchern. So entstand eine frühe Form des Schinkens.

Schinken, wie Ihr ihn – spätestens zur Spargelzeit – vermutlich bald wieder auf dem Teller habt, gibt es seit der Römerzeit. Dementsprechend groß ist auch die Kultur, die sich um ihn gebildet hat. Der deutsche Begriff „Schinken“ stammt, wie so oft, aus dem altgermanischen und meint die Keule des Schweins.

Manche Wege führen nach Rom

Schon bei den Kelten war Schweinefleisch wegen seines hohen Vitamin- und Eiweißgehalts Nahrungsgrundlage. Ob die Kelten das damals bereits ernährungsphysiologisch untersucht haben, sei mal dahingestellt – auf jeden Fall wussten sie: „Davon werden wir lange satt und das gibt uns Energie.“ Schinken war dann, soweit wir wissen, das erste Produkt, welches strukturiert mit einem vorgegebenen Prozess hergestellt wurde: Schlachten, korrektes Zerlegen, mit Salz oder durch Räuchern Konservieren, Reifen – alles, was dazu gehört.

Der Qualitätsanspruch war seit jeher hoch. Welches Volk nun konkret den ersten Schinken produziert hat, ist nicht eindeutig belegt. Manche nennen die Griechen als Urväter des Schinkens. Diese sollen wohl schon früh angefangen haben, Schweinekeulen mit Salz haltbar zu machen. Auch die Gallier, die eine Region im heutigen Frankreich und Belgien bewohnt haben, haben bereits früh Schinken produziert und nach Rom exportiert, genauso wie die Iberer. Zwar wissen wir nicht genau, welches Volk nun den ersten Schinken hergestellt hat, fest steht allerdings, dass er im gesamten Mittelmeerraum begünstigt durch mediterranes, gemäßigtes Klima früh verbreitet war.“

Kaiserlicher Schinken

Im römischen Reich war Schinken sehr hoch angesehen, ob selbst vor Ort hergestellt, oder importiert. So hoch, dass es während der Herrschaftszeit von Kaiser Augustus sogar Münzen mit der Form einer Schinkenspitze gab. In schweren Zeiten war es vor allem der Adel, der sich den hochwertigen Leckerbissen leisten konnte. Für die besten Stücke haben die Menschen astronomisch hohe Summen ausgegeben.

Zeit der Reife

Der Schinken hat einen besonders sensiblen Charakter: Alles, was ihm begegnet, hat Auswirkung auf seinen Geschmack, das fanden die Menschen früh heraus. Es wurde zunehmend Wert auf den Ort der Reifung gelegt, weswegen Schinken nun auch in spanischen Gebirgsregionen produziert wurde – die Geburt des Serrano-Schinkens. Denn Serrano kommt vom spanischen Wort „Sierra“ für „Gebirge“. Das kalte und trockene Mikroklima begünstigt die Reifung und verleiht dem Schinken seinen ganz eigenen Geschmack.

Monte Nevado rettet eine ganze Rasse

Und nun zum Schluss, wie versprochen: Eine besondere Rolle, die in der neueren Geschichte des Schinkens nicht unerwähnt bleiben soll, kommt dem spanischen Familienunternehmen Monte Nevado zu – die Rettung der ungarischen Mangalica-Wollschweine.

In den 90er Jahren gab es kaum noch 200 Mangalica-Schweine, da die Rasse fast gänzlich vom schneller und größer wachsenden „weißen Schwein“ verdrängt wurde. 1991 entdeckte die Familie Monte Nevado die Mangalica-Rasse auf der Suche nach Schweinen mit viel Fett für eine lange Reifung und entschied sich, sie zu retten. Seitdem hat sich einiges getan: In den folgenden 10 Jahren stieg die Zahl der Mangalica-Schweine auf rund 7.000 Tiere, 2004 wurde die Rasse vom ungarischen Parlament zum Nationalen Gastronomischen Erbe ernannt – und Monte Nevado zum Botschafter. 2016 erhielt Juan Vicente Olmos Llorente, Generaldirektor von Monte Nevado, den Ehrenorden Ungarns für die Erhaltung der Rasse. Mittlerweile ist die Population auf ca. 25.000 Tiere gestiegen.

Die ungarischen Schinken werden zu Monte Nevado nach Spanien gebracht, wo sie mit der gleichen Sorgfalt reifen, wie die iberischen Schinken. So bereichert Monte Nevado uns mit dem unvergleichbaren mediterranen Schinkengenuss!

Und, welcher Schinken landet bei Euch bald auf dem Teller?

Viel Spaß beim Durchprobieren!
Eure GourmetScouts

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