Kruschpelig wird‘s, wenn‘s in der Pfanne richtig gröschelt! – die Genusswörter zum Fest

Kruschpelig wird‘s, wenn‘s in der Pfanne richtig gröschelt! – die Genusswörter zum Fest

Foto: Adobe Stock/peopleimages.com

Das ist immer ein besonderer Moment: Das Weihnachtsessen mit der Familie. Im Mittelpunkt natürlich ein besonderes Essen – das Wichtigste an diesem Abend!! … Damit auch die Unterhaltung etwas Besonderes wird, geben wir Euch heute bereits einige Begriffe an die Hand, die nicht so bekannt sind, aber einem Festtagsessen ganz sicher gerecht werden und darüber hinaus für weiteren Gesprächsstoff sorgen.

Schritt 1: Den Bratvorgang ausrufen

Der Abend startet, die Gäste sind versammelt. Ihr habt Euch heute dazu bereit erklärt, der Gastgeber zu sein. Unsere Genusswörter bringen wir Euch heute anhand eines fabelhaften Château Boeuf-Rezepts von Malteskitchen näher – learning by doing sozusagen. Denn nicht nur optisch wollt Ihr Euer mühsam geplantes und vorbereitetes Mahl in Szene setzen. Auch am Tisch wollt Ihr die Gespräche möglichst beim Wesentlichen halten. Das Rezept findet Ihr am Ende des Beitrags! Heute gibt es Rindermedaillons in Champagnersoße mit Thymiankartoffeln. Während die Château Boeuf-Rinderfiletsteaks, die Ihr heute Mittag beim gut sortierten Supermarkt Eures Vertrauens besorgt habt, in der Pfanne hörbar brutzeln, könnt Ihr bereits Euer erstes Genusswort einwerfen: „Mensch, das gröschelt aber schön!“, lasst Ihr es aus der Küche tönen. „Gröscheln“ kommt aus dem Süddeutschen/Schwäbischen und beschreibt, dass etwas richtig schön in der Pfanne brät.

Schritt 2: Der Teaser

Auch die Thymiankartoffeln, die Ihr schon vorgekocht habt, haben nun in der Nebenpfanne bereits ihren Gröschelvorgang durchlaufen. Showtime für Genusswort Nr. 2: „kruschpelig“. Die Kartoffeln sind bereits in perfekt-knusprigem Zustand – in Bayern sind sie damit einfach richtig kruschpelig. Ein kleiner Teaser aus der Küche für Eure Weihnachtsgäste!

Schritt 3: Jetzt wird aufgetischt

Jetzt ist die Time to shine fürs Abendessen. Alle wissen Bescheid, dass der Gröschelvorgang abgeschlossen ist und die Kartoffeln absolut kruschpelig sind. Alternativ könnt Ihr natürlich auch Kartoffelpüree vorbereiten, um noch ein Genusswort dazu zu lernen. Denn würdet Ihr sagen, Euer Kartoffelpüree ist cremig? Ab jetzt ist es das nicht mehr – ab jetzt ist es „schmonzig“. Schmonzig ist einer dieser Begriffe, die sich genau nach dem anhören, was sie beschreiben. Gemeint ist cremig, aber nicht ölig. Wäre auch auf eine gute Aioli oder Sahnejoghurt anwendbar, dies nur als weitere Inspiration!

Schritt 4: Festmahl

Und jetzt wird zugelangt! 200 g zart gegröscheltes Château Boeuf-Rinderfiletsteak für jeden, dazu entweder kruschpelige Bratkartoffeln oder schmonziges Kartoffelpüree – viel mehr braucht es doch eigentlich gar nicht zum Glücklichsein, oder? Perfekte Voraussetzungen, um ordentlich zu schlutzern, könnte man sagen. Wenn Ihr aus dem Rheinland kommt, werdet Ihr diesen Begriff vielleicht schon einmal gehört haben. Er beschreibt den Vorgang, genussvoll zu essen und zu trinken – ähnlich wie „geneten“ aus dem Plattdeutschen, welches eng verwandt mit dem niederländischen „genieten“ ist und schlicht „genießen“ bedeutet.

Schritt 5: Epilog

Damit sind wir am Schluss dieses Genuss-Festaktes angekommen. Die Bäuche sind voll und der Kopf ebenso – mit neuen Genusswörtern. Doch, wie auch beim Essen noch ein Nachtisch geht, – für ein schönes Wort ist hier noch Platz: Denn jetzt ist es Zeit zum „Ausbauchen“! Der perfekte Begriff, um den zufrieden-satten Zustand nach dem Essen zu beschreiben. Es war lecker und es war… nun ja… genug für alle da 😉. Also lasst das Genießer-Menü in Ruhe Revue passieren und lehnt Euch zufrieden zurück. Nicht nur leckeres Essen, sondern auch einige neue Vokabeln habt Ihr unter die Leute gebracht!

Na, alles gemerkt? Vielleicht versorgen wir Euch schon bald mit weiteren Genusswörtern – Vol. 2! Wie versprochen bekommt Ihr hier natürlich noch das Rezept, damit Euer weihnachtliches Genussfeuerwerk gesichert ist:

Zutaten für 4 Personen:

• 4 Rinderfiletsteaks (à ca. 180 g)
• 800 g festkochende Kartoffeln
• Salz
• 4 EL Butterschmalz
• 2 Zweige Thymian
• 1 Knoblauchzehe, halbiert
• 1 EL Butter
• 1 Schalotte, gehackt
• 2 TL Speisestärke
• 200 ml Rinderfond
• 150 ml Champagner
• 2 EL frische Thymianblättchen
• Pfeffer
• 1 Eigelb
• 100 ml Sahne

Zubereitung:

Die Rinderfiletsteaks rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen, damit sie Zimmertemperatur annehmen können. Die Kartoffeln waschen und in ausreichend kochendem Salzwasser ca. 20 Minuten bissfest garen. Dann abgießen, ausdämpfen und erkalten lassen.
Den Backofen und eine ofenfeste Form, in der die Steaks nebeneinander gut Platz finden, auf 100 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Hälfte des Butterschmalzes in einer Pfanne hoch erhitzen und die Steaks von beiden Seiten ca. 1 Minute scharf anbraten. Kurz vor Ende der Anbratphase Knoblauch und Thymianzweige in die Pfanne geben. Steaks und Kräuter in die vorgeheizte Form verteilen und bei Niedrigtemperatur ca. 25 Minuten garen. Bei 55-58 °C Kerntemperatur ist das Fleisch medium.
Im Bratensatz der Pfanne die Butter zerlassen und die Schalotte andünsten. Die Speisestärke darübersieben, kurz anschwitzen, dann den Rinderfond und den Champagner dazugießen und zur Hälfte einkochen lassen.
In einer zweiten Pfanne das restliche Butterschmalz erhitzen. Die Kartoffeln bei Bedarf pellen, längs halbieren und darin unter Wenden und bei mittlerer Hitze knusprig braten. Erst gegen Ende der Bratzeit die Thymianblättchen unterheben und die Kartoffeln mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Eure GourmetScouts